Exponentialhorn H900/75 L220 mit Dayton Audio Breitbänder PS180-8
Seit einige Zeit schon trage ich ich mit dem Gedanken ein back-loaded-horn zu bauen, dessen Hornkanal sich in zwei normal zueinander stehenden Ebenen entwickelt. Im Gegensatz zu den bisherigen Umsetzung der Hornlautsprecher Markaudio Pluvia 11 (E840/95 L135), Visaton B100 (E600/28 L190) und Sonido SFR175A (H1000/65 L210) soll die Mundöffnung des neuen Entwurfs jedoch nach vorne orientiert sein. Das Gehäuse ist also als mittelgroßer Standlautsprecher mit Hornabstrahlung im Bodenbereich nach vorne konzipiert. Wie üblich lag der Fokus des Entwurfs auf hoher Musikalität, wohnraumtauglicher Größe, minimalem Materialverbrauch und einem attraktiven Erscheinungsbild. Im Sinne einer "hohen Musikalität" habe ich als Treiber den 6½“ Breitbänder PS180-8 von Dayton Audio ausgewählt, der sich aufgrund seiner Daten für eine Hornkonstruktion gut eignet. Um noch von "wohnraumtauglich" sprechen zu können, habe ich die äußeren Abmessungen des Gehäuses mit Höhe/Breite/Tiefe = 117/40/28 cm gewählt. Die beiden spiegelbildlich hergestellten Gehäuse weisen birnenförmige Konturen auf. Dies ist primär dem "minimalen Materialverbrauch" geschuldet und sorgt zudem für ein "attraktives Erscheinungsbild". Bei der Gehäusekonstruktion handelt es sich grundsätzlich um ein Exponentialhorn, jedoch mit hyperbolischer Kontur, um den Hornverlauf im oberen Gehäusebereich auf möglichst schmalem Raum besser entwickeln zu können. Der Verlauf eines hyperbolischen Horns öffnet sich anfangs deutlich langsamer als ein klassisches exponentielles Horn. Dies ermöglicht die Faltung des Hornkanals am Hornanfang auf engstem Raum.
Die Gehäuse sind durchwegs aus 16 mm MDF aufgebaut. Um die beiden 180° Umlenkung dem Hornverlauf besser anzupassen und um hier Reflexionen zu vermindern, wurden die Ecken durch Weichfaserbrettchen polygonal entschärft bzw. "ausgerundet". Zur Versteifung werden die beiden inneren Leitwände mit 16 und 12 mm starken MDF Streifen miteinader verbunden und auch gegen die Front- und Rückwand abgestützt. Diese Steifen erhöhen die Gesamtstabilität und unterbinden unerwünschte Platten-Schwingungen; die Position der Steifen wurde so gewählt, dass dadurch die hyperbolische Hornkontur nicht gestört, sondern lokal verbessert bzw. korrigiert wird.
Die Gehäuse wurden mit Adler Vivido Samt Alkyd Lack im Farbton C12 143/2 „Rondo“ lackiert (1xHaftgrund, 1xGrundierung, 2xDeckanstrich).
Als Treiber kam der 18 cm Breitbänder PS180 von Dayton Audio, der gut für „backloaded horns“ geeignet ist, zum Einsatz. Der Frequenzverlauf liegt im Hochtonbereich um etwa 5 db über dem Grundtonbereich von 100 Hz bis 1 kHz und fällt unterhalb von 100 Hz mit 7dB/Okt. mäßig steil ab. Der EBP-Wert (efficiency bandwidth product) ist mit 163 relativ groß und eignet sich damit sehr gut für den Einsatz in ein Horngehäuse.
Auf Basis eines Vergleichs mit bekannten Bauvorschlägen habe ich die Mundfläche willkürlich mit 900 cm² und die Hornkanallänge mit 2,20 m festgelegt; für einen hohen Wirkungsgrad wurde die Halsfläche AH mit 75 cm² gewählt, d.h. AH/Sd ≈ 57%.
Hauptdaten
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Treiber Dayton Audio PS180-8 |
Horn H900/75 L220 |
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SPL |
94,8 dB/W(1m) |
H/B/T |
117/40/28 |
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Fs |
58,5 Hz |
AM |
900 cm² |
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Sd |
132,7 cm² |
AH |
75 cm² |
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Qes |
0,36 |
AM/AH |
12 |
|
Qms |
3,64 |
AH/Sd |
0,57 |
|
Qts |
0,33 |
ε |
1,117 |
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EBP |
163 |
L |
2,20 m |
Einblick in Druckkammer mit Polklemmen