Restaurierung Marantz PM 250 Vollverstärker
Im Sommer 2025 kam ich über Umwege zu einem Marantz PM 250 im typischen Design der späten 1970er Jahre. Das Besondere daran war, dass Marantz diesem Verstärker zum ersten Mal eine Leistungsanzeige mit LEDs spendiert hat. Der Vorbesitzer hat lakonisch gemeint, dass nur das Netzkabel fehlt, das Gerät aber immer funktioniert hätte. Bei weiterer Nachfrage konnte ich ihm entlocken, dass der Verstärker provisorisch mit einem CD-Player in Betrieb genommen wurde, jedoch kein Ton herauskam. Der Verstärker wurde zwischen 1979 und 1981 hergestellt, ist 6,5 kg schwer, leistet ca. 2x35W/8Ω und hat damals 450 DM gekostet.
Auf den ersten Blick war das Gerät
äußerlich in intaktem Zustand, leicht verschmutz und ohne erkennbare Mängel.
Für den Netzanschluß war an der Rückseite ein 2-poliger 220 V Flachstecker
angeordnet. Im Inneren war der Verstärker erwartungsgemäß verstaubt, es konnten
jedoch keine Fremdeingriffe erkannt werden. Da alle Sicherungen intakt waren,
die Siebelkos in Ordnung waren und der Netzanschluß in Ordnung war, habe ich
das Gerät über einen Trenntrafo in Betrieb genommen. Wie erwartet gibt der
Verstärker keinen Laut von sich! Also zuerst mal alle Betriebsspannungen
geprüft, wobei sich herausgestellt hat, dass die negative Komponente der
Spannungsversorgung für den EQ- und Line-Verstärker ausgefallen war. Den Grund
dafür hatte ich ursprünglich in einer defekten Z-Diode vermutet, die rasch
ausgebaut wurde, sich jedoch als in Ordnung erwiesen hat. Weitere
Nachforschungen entlang des Strompfades haben gezeigt, dass ein Fuse-Resistor
in der Spannungsversorgung defekt war. Da ich keine weiteren Anzeichen für
Überhitzung, Kurzschluß etc. erkennen konnte, habe ich den Widerstand durch
einen neuen ersetzt und die Z-Diode wieder eingebaut. Mit diesen einfachen Maßnahmen
konnte die Spannungsversorgung wieder in den planmäßigen Zustand versetzt
werden.
Zu guter Letzt wurde noch der Ruhestrom neu eingestellt und eine erste Hörsession konnte durchgeführt werden. Überraschenderweise hat der relativ kleine Verstärker einen starken Auftritt, der nach mehr als „nur“ 2x35W klingt. Im Gegensatz zu manch anderen Geräten wird der Marantz im laufenden Betrieb nicht übermäßig warm, was dem doch recht üppig dimensionierten Kühlkörper geschuldet ist.












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